15. Juni 2015

Promillegrenze

Die Promillegrenze im Überblick

Die Promillegrenze für Fahranfänger:
Für Fahranfänger gilt striktes Alkoholverbot. 0,0 Promille.
Die Promillegrenze für Autofahrer:
Autofahrer haben sich grundsätzlich an die 0,5 Promille Grenze zu halten.
Die Promillegrenze für Radfahrer:
Für Radfahrer liegt der Grenzwert bei 1,6 Promille.
Die Promillegrenze für E-Scooter:
Für E-Scooter gilt der gleiche Grenzwert wie für Autofahrer.
Alkohol am Steuer
Quelle: dpa

Promillegrenzen im Einzelnen:

0,0 Promille

Die 0,0 Promillegrenze gilt für Fahranfängerinnen und Fahranfänger. § 24c StVG regelt ein Alkoholverbot.

0,3 Promillegrenze

Ab einer Blutalkoholkonzentration von 0,3 Promille gilt man als relativ fahruntauglich. Relative Fahruntauglichkeit erfordert aber die Feststellung, dass über den Alkoholkonsum hinaus, alkoholbedingte Ausfallerscheinungen vorliegen (z.B. fährt der Verkehrsteilnehmer in Schlangenlinie, ohne Licht etc.). Konsequenz: Strafrechtliche Ermittlungen bis hin zur Verurteilung. Sind Ausfallerscheinungen nicht nachweisbar, gilt die 0,5 Promille-Grenze aus dem Ordnungswidrigkeitsrecht.

0,5 Promillegrenze

Tatsächlich beinhalten die einschlägigen gesetzlichen Regelungen im Strafrecht keine Promillegrenze. Lediglich im Ordnungswidrigkeitsrecht hat der Gesetzgeber eine konkrete 0,5 Promillegrenze in den Gesetzestext aufgenommen. Wer mit 0,5 bis 1,09 Promille fährt und keine Ausfallerscheinungen zeigt, erhält beim

  • 1. Mal: 500 Euro Bußgeld, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot
  • 2. Mal: 1000 Euro Bußgeld, zwei Punkte und zwei Monate Fahrverbot
  • 3. Mal: 1500 Euro Bußgeld, zwei Punkte und drei Monate Fahrverbot

Kommt es aber zwischen 0,3 und 1,09 Promille zu Ausfallerscheinungen oder gar einem Unfall, ist eine Bestrafung wegen § 316 StGB oder § 315 c StGB möglich.

1,1 Promillegrenze

Bei der 1,1 Promillegrenze handelt es sich um einen Beweisgrenzwert aus dem Strafrecht. Wer mit 1,1 Promille oder mehr Alkohol im Blut ein Kraftfahrzeug im Straßenverkehr führt, gilt als absolut fahruntauglich. Diese Annahme der absoluten Fahruntauglichkeit ist unwiderlegbar. Die absolute Fahruntauglichkeit wird unabhängig vom eigentlichen Fahrverhalten angenommen. Auf Ausfallerscheinungen kommt  es demnach nicht an. Konsequenz: Strafrechtliche Ermittlungen bis hin zur Verurteilung.

1,6 Promille

Die 1,6 Promillegrenze ist für Radfahrer relevant. Wegen des geringeren Gefährdungspotenzials beim Radfahrer ist der Beweisgrenzwert für die absolute Fahruntauglichkeit durch die Rechtsprechung auf 1,6 Promille angehoben worden.

Die 1,6 Promillegrenze hat außerdem Auswirkung auf die Erteilung bzw. Wiedererteilung  der Fahrerlaubnis.  Wenn im Straßenverkehr ein Fahrzeug bei einer Blutalkoholkonzentration von 1,6 Promille oder mehr geführt wurde, ist regelmäßig ein MPU-Gutachten beizubringen.

Alkohol am Steuer kann die Fahrtauglichkeit erheblich einschränken. Bis zu einem gewissen Grad wird eine leichte Alkoholisierung trotz Teilnahme am Straßenverkehr toleriert. Das gilt aber regelmäßig nur dann, solange nichts passiert bzw. solange keine zusätzlichen Ausfallerscheinungen erkennbar sind. Für Fahranfänger und für Personen unter 21 Jahren gilt striktes Alkoholverbot.

Promillegrenze im Bußgeldkatalog

Der Bußgeldkatalog sieht bei Alkohol am Steuer Geldbußen und Fahrverbot vor. Wer im Straßenverkehr ein Kraftfahrzeug mit 0,5 Promille oder mehr Alkohol im Blut führt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Das gleiche gilt ab einem Atemalkoholwert von 0,25 mg/l. Wer dabei erwischt wird, muss eine Geldbuße zahlen und erhält ein Fahrverbot. Im Wiederholungsfall steigt die Geldbuße und das Fahrverbot verlängert sich.

Alkohol am Steuer
Alkohol am Steuer
Sie führten das Kraftfahrzeug mit einer Blutalkoholkonzentration von 0,5 Promille bzw. Atemalkoholkonzentration von 0,25 mg/l oder mehr. 500,00 €1 Monat Fahrverbot2 Punkte in Flensburg
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Sie führten das Kraftfahrzeug mit einer Blutalkoholkonzentration von 0,5 Promille bzw. Atemalkoholkonzentration von 0,25 mg/l oder mehr bei Eintragung von bereits einer Entscheidung nach § 24a StVG 1.000,00 €2 Monate Fahrverbot2 Punkte in Flensburg JETZT PRÜFEN
Sie führten das Kraftfahrzeug mit einer Blutalkoholkonzentration von 0,5 Promille bzw. Atemalkoholkonzentration von 0,25 mg/l oder mehr bei Eintragung von bereits mehreren Entscheidungen nach § 24a StVG 1.500,00 €3 Monate Fahrverbot2 Punkte in Flensburg JETZT PRÜFEN

Alkohol am Steuer als Straftat

Eine Promille-Grenze enthält das Strafgesetz nicht. Im Verkehrs-Strafrecht existiert kein gesetzlicher Grenzwert. Alkohol am Steuer wird aber als Straftat verfolgt, wenn bestimmte Beweisgrenzwerte überschritten werden. Das Strafrecht kennt den Beweisgrenzwert von 1,1 Promille. Zwischen 0,3 Promille und 1,09 Promille kommt relative Fahruntauglichkeit in Betracht. Wer also mit Alkohol im Blut in dieser Menge erwischt wird und Ausfallerscheinungen zeigt, kann strafrechtlich belangt werden. Ab einer Blutalkoholkonzentration (BAK) von 1,1 Promille spricht man von absoluter Fahruntauglichkeit. Ab dann kommt eine Verurteilung wegen Trunkenheitsfahrt § 316 StGB (Strafgesetzbuch) in Betracht. Auf zusätzliche Ausfallerscheinungen kommt es dann nicht mehr an. Kommt es zu einer konkreten Gefährdung von Menschen oder Sachen von bedeutendem Wert, kommt eine Verurteilung wegen Straßenverkehrsgefährdung § 315 c StGB in Betracht.

Alkohol am Steuer mit Unfall

Kommt es bei Alkohol am Steuer zu einem Unfall, dann ist ebenfalls wieder eine Verurteilung wegen Straßenverkehrsgefährdung § 315 c StGB denkbar.  Denn die konkrete Gefährdung ist denklogisch Durchgangsstadium auf dem Weg zum Schadenseintritt. Wer eine Straßenverkehrsgefährdung begeht, verliert regelmäßig den Führerschein (vgl. § 69 StGB).

Betrunken gefahren in der Probezeit

Wer mit Alkohol am Steuer in der Probezeit erwischt wird, dem droht mindestens ein Bußgeld § 24c StVG. Dasselbe gilt für alle Fahranfänger vor Vollendung des 21. Lebensjahres. Wer zusätzlich Ausfallerscheinungen zeigt, kann wegen Trunkenheitsfahrt nach § 316 StGB betraft werden. Wer einen Unfall verursacht, kann wegen Straßenverkehrsgefährdung nach § 315 c StGB bestraft werden. Außerdem wird die Probezeit um zwei Jahre verlängert.


RA Yves Junker blickt auf eine 20-jährige Erfahrung in der Bearbeitung von Trunkenheitsfällen zurück. Er berät und vertritt Sie gegenüber Bußgeldstelle, Polizei, Staatsanwaltschaft und vor Gericht.

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